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Mein Freund Saturn


Mache mich stark, aber verhärte mich nicht.
Gib mir einen langen Atem, aber nicht als Mittel zum Zweck.
Schenk nötigen Ernst, aber verdirb nicht das Lachen.
Die Freude am Leben und die Wärme des Herzens kannst Du nicht löschen,
denn vor Dir zieht der Mond am Himmel seine Bahn im ewigen Spiel.

 

Geboren bin ich mit einer Planetenballung im 4. Haus im Steinbock, beginnend am IC mit Venus, Jupiter, Mars, Saturn, Merkur... Sonne hat sich vorsichtshalber davongemacht ins 5. Haus. Streng war mein bäuerliches zu Hause, reich und arm, voll Fülle und Kargheit, ich war ein Kind nachwachsender Lebensfreude (Mond in Löwe), voller Angst vorm Vater, die Mutter emotional nicht erreichbar, wuchs auf in der Tradition religiös evangelischer Erziehung, die nichts in Frage stellt und keine Zweifel kennt.

Ich war ein schüchternes Kind im Gegensatz zu meiner Zwillingsschwester, aber nicht ohne Mut, nur weniger emotional im Ausdruck, die brave, die angepasste, die ordentliche, folgsame (JungfrauAC), habe aus irgendeinem Grund kindliche Bedürfnisforderungen meiner Schwester überlassen. Und mich vorsichtshalber eingemauert. Als Saturn ins erste Quadrat ging, zog er durchs 7. Haus, vorsichtshalber ging ich lieber gar keine Beziehungen ein. Mein über alles geliebter Großvater starb.
 

Als ich 15 Jahre alt war, wurde ich krank, Bauchschmerzen (Mond) plagten mich, reichlich Atemwegsinfekte (Merkur), eine juvenile Struma brachte mich aus dem Lot, ich musste ein Jahr in der Schule wiederholen. Eine seltsame Zeit, „gerettet“ hat mich ein starker Wille und unglaublicher Trotz, ein steinbock- erdhafter Wesenszug, der alles und vor allem „Überleben“ unter strengsten Bedingungen möglich macht.

Ich begann mit einem Einskomma- Abitur eine Ausbildung als Krankenschwester in Berlin in einer Schwesternschaft (Krebs stärkster Archetyp/ Mond im 12. Haus), fern ab von meinen zu Hause. Gefühlt habe ich damals nicht viel, es war einfach wenig Bewusstheit da (betonte Nachthälfte). Eine Beziehung zerbrach, ich konnte sie nicht halten, Nähe war mir unangenehm. Ich lernte viel (Sonne Konjunktion Merkur) und gab gern mein Wissen weiter (MC Zwillinge).

Zur ersten Saturnwiederkehr wechselte ich in ein Herzzentrum auf eine Intensivstation. Nicht von ungefähr sollte ich mich die nächsten Jahrzehnte meines Lebens mit dem Thema „Herz“ befassen. Und ich übernahm immer mehr Verantwortung. Bald landete ich da, wo man sich kompensatorisch mit Rauschzuständen (Neptun im 2. Haus) abgibt, in der Kardioanästhesie.

Im Zuge des nächsten Quadrats baute ich eine neue eigene kardioanästhesiologisch pflegerische Abteilung auf (Steinbock- Sonne in 5/ Saturn im Krebs- Haus). Mein Lebens- Motto: Führen und sorgen, Sicherheit vermitteln, Schutz geben. Ich lebte in einer Team- Beziehung mit einer Frau, wir bauten ein Haus, einen Schutzraum und konnten uns doch nicht einlassen, wir hielten uns fest, aber nicht los.

Bis der Kosmos genug hatte: im Hinblick auf die nächste Saturn- Saturn- Opposition (Pluto genussvoll am Beginn des 4. Hauses) begann ein schmerzhafter Wandlungsprozess: Ich erkannte meine „innere Sprachlosigkeit“ und studierte in einem Fernlehrgang Journalismus (Zwillinge- MC). Ich musste mich einer Hysterektomie unterziehen, ein Tumor bekam Größenwahn (Kinderwunsch? Mond/ Krebsenergie). Meine eingemauerten Gefühle wurden in einer Dreiecksbeziehung wach (ich suchte meine Mutter, die mich in kindlicher Wahrnehmung zurückgewiesen hatte) und wurde (logisch) wieder verlassen, verzweifelt, einsam, zurückgewiesen und versuche seitdem diese Projektion loszulassen (Pluto/Mond). Aber wie soll das gehen, wenn man einmal im Leben gefunden hat, wonach man sucht: Mutterliebe. Meine Beziehung verändert sich total und steht auf sandigem Boden (Uranus am DC). Früher dachte ich: Ich kann fliegen (Steinbocksonne) und alles erreichen, heute weiß ich, dass eines nicht erzwingbar ist: Liebe, Mitgefühl, Nähe, Wärme und Menschlichkeit. So hat „er“ mich weich gemacht und schutzlos, schonungslos, aber vielleicht nicht zu spät. Ich sollte mich selbst nicht verlassen, Verantwortung im Außen zurücknehmen uns mich mir selbst zuwenden.

Ich bin eine Überraschung, ein Uranus- Kind: meine Mutter wusste nicht, dass sie Zwillinge bekommt, die Zugabe des Himmels – und so fand sich dann, was sich finden musste (Merkur Quinkunx Uranus), der Zugang zur Astrologie und darüber der Weg in „meine“ unbewusste Welt, die nicht immer angenehm, aber unendlich reich und voller Schätze ist (Jupiter am IC).

Susanne, 50