Website Anita Cortesi

Projekt

Astrologie in Geschichten und Poesie

Widder-Mars


Die folgende Geschichte ist für Männer geschrieben. Sie dürfte daher auch Frauen ganz besonders interessieren. Die Lektüre ist ohne Humor nur schwer zu verkraften. Die Darstellungen entsprechen der Realität, zumindest in den Fällen, in denen unten wie oben ist, was allerdings selten vorkommt.



Widder-Mars

Keiner kommt so schnell wie ich, soviel ist sicher. Manchmal komme ich zu schnell, leider. Es kann mir passieren, dass ich zuschlage, bevor mein Gegner überhaupt da ist. Im Grunde genommen bin ich gar nicht so schnell. Die anderen sind bloß zu langsam. Ich werde jedenfalls nicht mein Leben lang hinter Schatten herboxen. Es gibt viel anzupacken und ich will der Erste sein. Es soll ja Leute geben, die erst denken und dann handeln. Die kommen meistens zu spät. Das kann mir nicht passieren.

Man muss sich eben anstrengen im Leben. Ein Tag ohne Schwitzen ist kein guter Tag. Ich will das Blut in meinen Adern fließen spüren, bis es an den Schädel pocht. Manchmal glaube ich, mein Kopf platzt. Ich habe ein paar Narben am Schädel, aus meiner Kindheit. Wenn da die Nähte reißen, kaum auszudenken. Es kommt oft vor, dass ich die Beherrschung verliere, doch nichts verraucht so schnell wie meine Wut.

Leider leben wir in einer großhirngesteuerten Schleimkultur. Statt unsere Wut rauszulassen, mit ein paar gezielten Faustschlägen zwischen Stammhirn und Magengrube, und die Sache dann zu vergessen, grinsen wir uns freundlich an und hauen uns stattdessen irgendwelche Bosheiten um die Ohren, rein verbal natürlich. Das ist nichts für mich. Ich möchte jedenfalls nicht vor lauter Wut im Bauch an einem Magengeschwür zugrunde gehen. Bei mir muss alles raus, und zwar subito.

Es gibt Leute, die finden mich ordinär. Dabei koche ich auch nur mit Wasser. Aber ich koche. Ich kann diese vornehmen Snobs nicht ausstehen, die so gebildet daherkommen und dafür zwei linke Hände haben. Ich weiß immer, wie man(n) was anpackt. Na ja, nicht immer. Aber damit es keiner merkt, tue ich so als ob. Ich muss schließlich immer was tun. Das wird von mir erwartet. Schon als Säugling musste ich meiner Mutter sagen, wo die Windeln zu liegen haben.

Es ist herrlich, ein Mann zu sein. Das Leben ist ein großes Abenteuer, das Kraft und Mut erfordert. Ausdauer ist nicht mein Fall. Es gibt einfach zu viel zu tun, drum kann ich nicht lange bei einer Sache verweilen. Die meisten Frauen stehen auf mich. Bis auf ein paar, aber die kann man(n) getrost vergessen. Diese Mauerblümchen überlasse ich den Softies. Natürlich hat ein richtiger Mann wie ich auch Gefühle. Aber doch nicht die von Frauen.

Zugegeben, ich bin nicht der beste Liebhaber. Wie gesagt, ich komme schnell. Aber ich komme. Manche Frauen sind mir deshalb richtig dankbar. Ich mag es, wenn sie sich ein bisschen zieren. Das steigert meinen Appetit und stimuliert meinen Eroberungsdrang. Wo kann sich denn ein Mann heute noch als ein Krieger erweisen?

Niemand schafft es, den selben Fehler so oft zu wiederholen wie ich. Meist handle ich impulsiv und mein Durchsetzungsvermögen hängt von meinem Blutdruck ab. Ich lerne eben, indem ich mir den Kopf anrenne. In der Bibel steht zwar, dass die Ersten die Letzten sein werden, doch ich tue alles, um dies zu widerlegen. Und du wirst mich nicht daran hindern, du Winzling!

Markus Jehle, Redaktor MERIDIAN

Mars-Geschichten zu allen zwölf Tierkreiszeichen wurden in der Astrologie-Fachzeitschrift MERIDIAN veröffentlicht und können für Euro 8.- mit einem Mail bestellt werden.